26 Jun

Gerade bei Street Art und Graffiti, Kunst die in der Illegalität entsteht und deren Künstler nur selten Stellung zu ihren Kunstwerken beziehen können, drängt sich die Frage, was Kunst ist, immer wieder auf. Für Hausbesitzer und Ordnungshüter oft nur sinnlose Schmierereien, kann das geübte Auge sowohl die Message als auch Stile zuordnen oder Künstler direkt identifizieren. Dr. Ulrich Blanché ist Kunsthistoriker, dessen Hauptaugenmerk auf Street Art und dem Umgang mit dieser Kunstform im digitalen Zeitalter liegt. Wenn ein solches Kunstwerk fotografiert und auf Instagram gepostet wird, entsteht dabei neue Kunst oder wird bestehende Kunst dokumentiert? Kann die Message dahinter durch Fotografie verändert und das Kunstwerk neu inszeniert werden?

Diesen und weiteren Fragen widmete sich der Vortrag am 14. Juni von Dr. Blanché, der vor allem an Kunstwerken von Banksy die Medialisierung von Street Art deutlich zeigte. Künstler*innen beachten nun auch, dass ihr Kunstwerk als Quadrate, wie die Bilder von Instagram, wirken. Durch die Verbreitung der Kunst im Internet sind die Kunstwerke weder raum- noch zeitgebunden und allen zugänglich. Durch die größere Reichweite, die diese Internetplattformen jederzeit zur Verfügung stellen, können auch entlegenere Orte als Unterlage in Erwägung gezogen werden, bei denen die Gefahr, erwischt zu werden, deutlich geringer ist als an vielbesuchten Orten mitten in der Stadt.

Die Veranstaltung wurde rege besucht und der Freundeskreis freut sich, eine weitere gelungene Kooperation mit dem remClub zum Thema Fotografie angeboten zu haben.